Bald niemand ohne Rückenschmerz

Chronische Verläufe auf dem Vormarsch. Mehr Pillen. Mehr Physiotherapie.

 

Kaum eine Erkrankung ist so populär wie der Rückenschmerz. Zwei Drittel der Bevölkerung leiden darunter. Die Entwicklung ist beeindruckend. Vor zehn Jahren war nur jeder zweite Deutsche betroffen, so das Ergebnis einer gestern veröffentlichten Langzeitstudie des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK). Eine besonders deutliche Zunahme chronischer Schmerzen konnten die Demoskopen von TNS Healthcare feststellen. Das Institut befragte im Auftrag des BKK-Verbandes mehr als 6.000 Bundesbürger über 14 Jahre.

15 Prozent klagen heuer über ständige Beschwerden, 1998 waren es nur sechs Prozent. Dagegen ist die Zahl derer, die nur gelegentlich ein Kreuzziehen verspürt leicht gesunken. Überhaupt keine Rückenschmerzen kennen lediglich 31 Prozent der Befragten.

Wer schmerzgeplagt einen Arzt konsultierte, hatte eine 25-prozentige Chance krankgeschrieben zu werden. Elf Prozent konnte spätestens nach einer Woche die Arbeit wieder aufnehmen. Zwischen einer und drei Wochen mussten sieben Prozent zuhause bleiben und immerhin acht Prozent waren länger als drei Wochen arbeitsunfähig.

Mecklenburg-Vorpommern übt auf die Rücken seiner Einwohner keine positive Wirkung aus. Mit einem Anteil von 73 Prozent verfügt das Land über die meisten Rückenschmerzgebeutelten. Am Seeklima kann es nicht liegen. Nachbar Schleswig-Holstein meerumschlungen erfreut sich der geringsten Schmerzbelastung. Nur 58 Prozent der Menschen dort zwackt es im Kreuz.

Der Beruf ist schuld – den jedenfalls macht fast ein Drittel für die quälenden Beschwerden verantwortlich. 15 Prozent denken an schweres Heben und Tragen und neun Prozent sehen zu langes Sitzen und eine schlechte Haltung als Ursachen. Der Beschwerdeort ist im Laufe der Jahre nach unten gewandert. War 1998 bei etwa der Hälfte der Interviewten der Lendenwirbelbereich betroffen, sind es heute 73 Prozent. Schulter-Nacken-Beschwerden als Hauptleidensgrund nannten 44 Prozent (1998: 46 Prozent). 40 Prozent klagten über ausschließliche Nackenschmerzen (1998: 29 Prozent).

Medikamente sind des Doktors liebstes Mittel. 64 Prozent (1998: 47 Prozent) der Rückenschmerzpatienten bekamen sie verschrieben. Doch man lese und staune: Vor zehn Jahren hielten die Kassenärzte nur bei 22 Prozent der Kreuzlahmen "Krankengymnastik" für angezeigt, 2008 aber bei 61 Prozent. Massagen wurden für 49 Prozent (1998: 46 Prozent) verordnet. Immer beliebter geworden sind chiropraktische Maßnahmen mit einem Anteil von jetzt 27 Prozent (1998: sieben Prozent). Rückläufig zeigt sich die Injektionstätigkeit. Bei 44 Prozent griffen die Ärzte zur Spritze, 1998 mussten noch 49 Prozent das Gepieke über sich ergehen lassen.



Quelle physio.de







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